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Mitleid ist nicht genug

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„Mitleid ist nicht genug!“, sagt Beate Rost und fordert mit klaren Worten auf, hinzusehen, das Schweigen zu brechen und sich einzumischen, wenn das Unrecht gegenüber unseren Tieren offensichtlich wird.
Anhand vielschichtiger Gedanken, Informationen und Erzählungen lockt sie den Leser in ihrem vierten Buch aus seiner sicheren Distanz, holt ihn als Beobachter mitten in die Welt, die es zu verändern gilt.
Nehmen Sie die Einladung der Autorin an, mit ihr einen ganzen Tag in einem Tierheim zu verbringen oder einen Vormittag auf dem Berliner Gendarmenmarkt, um sich ein Bild vom armseligen Leben der Stadttauben zu machen. Schauen Sie gemeinsam mit ihr hinter die Kulissen der farbenprächtigen Zirkuswelt. Lernen Sie Aron, Käthe und Jimmy kennen, drei Hunde, die skrupellos in einer Tierarztpraxis entsorgt werden sollten. Und fiebern Sie mit, wenn 32 Welpen aus den Händen eines gewissenlosen Massenzüchters befreit und in Sicherheit gebracht werden müssen.
Lassen Sie sich überzeugen, mehr zu tun, als nur Mitleid zu zeigen. Werden Sie Teil einer Gemeinschaft, die sich aktiv für den Schutz und die Rechte unserer Tiere einsetzt.

 

Format 14 x 20 cm, Paperback, 120 Seiten, 8,90 € + Versand

Zu bestellen unter: http://www.make-a-book.de

Leseproben "Mitleid ist nicht genug

"Müllkippe Tierarzt"

(...) Ich versuche zu arbeiten. Aber meine Hände liegen untätig vor der Tastatur, und mein Blick haftet gedankenlos auf dem leeren Bildschirm.
Neben mir sitzt Benny, ein schwarzer Mischlingsrüde. Seinen Kopf hat er vorsichtig auf mein Bein gelegt. Er weiß nicht recht, ob er das tun sollte. Ob es richtig ist, Vertrauen zu mir zu haben.
Benny ist zehn Jahre alt. Nach dem Tod seines Herrchens fühlte sich die Witwe durch den Hund in ihrer persönlichen Freiheit eingeschränkt. Sie wollte ein unabhängiges Leben, ein Leben ohne Hund. Sie brachte ihn in die Tierarztpraxis und ließ ihn dort zurück.
Vier Wochen sind seitdem vergangen. Und ich kann mich nicht wehren gegen das traurige Gesicht dieses Hundes und rede mir ein, dass er mich fortwährend bittet, doch endlich wieder nach Hause zu dürfen. Dahin, wo er sein Leben lang gelebt hat. Zu den Menschen, die er kennt, in die Umgebung, die ihm vertraut ist.
Tränen der Machtlosigkeit nehmen mir unweigerlich die Sicht auf den Bildschirm. Ich streichele ihm sanft über den Kopf und ich glaube zu hören, dass auch er weint, nur ganz leise, kaum vernehmbar, beinahe so, als wolle er nicht, dass ich es bemerke. (…)

"Frieden den Friedensvögeln"

Sie saß am Rande der Straße. Ganz dicht an einen Brückenpfeiler gedrängt. Klein, schmutzig und völlig erschöpft. Ängstlich aufschauend zu den Menschen, die achtlos an ihr vorbei gingen, und nicht mehr als einen flüchtigen Blick für sie übrig hatten.
Sie war noch jung. Sie hätte ihr ganzes Leben noch vor sich haben können. Aber sie hatte keine Kraft mehr. Sie hatte alles gegeben, um den Weg zurück nach Hause zu finden. Vergeblich. Sie hatte die von ihr erwünschte Leistung nicht erbracht.
Nun war sie nichts mehr wert. Eine Brieftaube muss fliegen und siegen. Nicht jämmerlich schlapp machen. Sie muss Wind und Wetter trotzen. Ob mit oder ohne Futter. Sie hatte versagt. Ausschussware. Sie war eine Brieftaube, die den Rückflug zum Heimatschlag nicht geschafft hatte. Die zu schwach geworden war für das Leben, das man ihr aufgezwungen hatte.
Die kleine Taube, die ihren ausgemergelten Körper fest an den Brückenpfeiler drückte, war keine Siegertaube. Ein kleines, ungeliebtes Leben, das lautlos um Hilfe bat. (…)

"Im Mühlrad des Profits"

(...) Es ist Punkt 16 Uhr, als Jens und die Fahrerin des grünen Kombis mit dem Jeep der Forstverwaltung vor dem unbewohnten Haus des Hundehändlers ankommen.
Azaleen und Rhododendren blühen im unkrautfreien Vorgarten. Töpfe mit Hornveilchen stehen rechts und links neben einer strahlend weißen Haustür. Und hinter den sauber geputzten Fenstern sorgen akkurat in Falten gehängte Gardinen für ein ordentliches, in die Umgebung passendes Bild.
„Wem glaubt er denn damit etwas vorgaukeln zu können?“, fragt sie und spürt zugleich, dass ihre Stimme auffällig zittert.
„Wir dürfen auf keinen Fall nervös wirken!“, bemerkt Jens, der sie in wenigen Minuten als seine Frau vorstellen wird, eindringlich, und wischt sich selbst die Schweißperlen von der Stirn.
Sie nimmt ihre Sonnenbrille ab und steckt sie nachdenklich in ihre Tasche. „Weißt du, Jens, ich verstehe immer noch nicht, warum wir nicht einfach die Polizei und das Veterinäramt einschalten und den Laden hier dicht machen lassen?“ (…)

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